Requiem for Joseph Kraus by ©The Creative  Minds
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Weilheim-Schongau – Die Musikwelt im Pfaffenwinkel und weit darüber hinaus trauert um Joseph Kraus, der am Mittwoch im Alter von 92 Jahren in Hohenpeißenberg gestorben ist.

Joseph Kraus wurde 1922 in Deisenhofen bei München geboren. Nach dem Krieg studierte er von 1945 bis 1949 an der Hochschule für Musik in München die Fächer Dirigieren, Komposition und Kirchenmusik. Er gehörte der Meisterklasse von Hans Rosbaud an. Anschließend übernahm er kurzfristige Tätigkeiten an verschiedenen Theatern. 1952 kam er nach Schongau. Dort wurde er ein Jahr später zum Musikdirektor ernannt und gründete die städtische Sing- und Musikschule.

Aber auch über Schongau hinaus war Kraus aktiv: 1957 Gründungsmitglied des Verbandes Bayerischer Sing- und Musikschulen (VBSM). 1973 bis 1979 Vize-Vorsitzender und 1980 bis 1989 Vorsitzender des VSBM. 1977 war er bei der Gründung des Bayerischen Musikrates dabei und arbeitete am ersten bayerischen Musikplan, am Grundsatzpapier „Die Musikschule“ und an der Musikschul-Verordnung (1984) mit.

Joseph Kraus hat auch Lehrgänge für Musikerziehung ins Leben gerufen und von 1974 bis 1990 durchgeführt. Bereits 1967 führte die Musikschule Schongau unter ihm die Früherziehung nach einem selbsterarbeiteten Programm ein.

1963 gründete Kraus die Konzertreihe „Festlicher Sommer in der Wies“. Ihm oblag die Organisation und künstlerische Leitung in ununterbrochener Folge bis 1989 bei über 150 Konzerten mit Werken von der Renaissance bis zur Gegenwart.

1990 rief Kraus die neue Konzertreihe „Musik im Pfaffenwinkel“ ins Leben. Auch für die Pflege der alpenländischen und geistlichen Volksmusik hat er sich stark gemacht. Hierbei wurde das Bayerische Fernsehen auf ihn aufmerksam. Von 2000 bis 2009 war Kraus musikalischer Leiter des Adventsingens im Bayerischen Fernsehen. Er war auch Komponist zahlreicher Werke und insgesamt 60 Jahre Kirchenmusiker in Schongau. Unter seiner Leitung haben namhafte Orchester gespielt, z.B. Mitglieder der Münchner Philharmoniker und des Bayerischen Staatsorchesters.

1979 erhielt Joseph Kraus das Bundesverdienstkreuz am Bande, 1995 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und 1989 die Carl-Orff-Medaille. Bereits 1993 wurde er Ehrenmitglied und Ehrenvorsitzender des VBSM.

Ein besonderes Anliegen war Kraus die Betreuung von Chören (Kirchenchor Wessobrunn, Mariae Himmelfahrt Schongau sowie die Gemischten Chöre der Stadt Schongau und des Pfaffenwinkels). 2010 hat sich Kraus aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen.

„Alle Musiker, die unter ihm gespielt haben, haben ihn als charismatischen Dirigenten erlebt, sie sind mit Freude gekommen und haben ihm jahrzehntelang die Treue gehalten“, heißt es in Musikerkreisen. Er hat Dinge vorangetrieben, Menschen begeistert, gefesselt und gefördert. Aus der Ära Kraus sind viele musikalische Talente hervorgegangen.

„Ohne ihn hätte ich beruflich nicht das erreicht, was ich heute bin“, sagt die Musikregisseurin Elisabeth Malzer aus Schongau. Und so geht es vielen anderen auch.

Das Requiem für Joseph Kraus, der Ehefrau und vier Kinder hinterlässt, findet am Samstag, 25. Januar, um 11 Uhr in der Wallfahrtskirche Hohenpeißenberg statt. Anschließend ist Urnenbeisetzung.

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